Hospitality Branche
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Marketing-Trends der Hospitality Branche: Technologien & Marktsegmente

In den vergangenen Jahren hat sich Google verstärkt in der Reise- und Touristikbranche eingebracht und das Layout von Google Flights und Google Hotels so verändert, dass diese kaum noch von Online-Reiseagenturen und Metasearch-Websiten zu unterscheiden sind. Zudem bietet Google Trips jetzt Rabatte für Touren und Aktivitäten an und ermöglicht Nutzern, Ordner für künftige Reisepläne zu erstellen. Diese Option könnte Google helfen, die Reisepläne von Verbrauchern frühzeitig zu erkennen und anhand ihrer bisherigen Reisen relevante Vorschläge zu unterbreiten.

 

Die Reisebranche wird digitaler

Google ist also eindeutig dabei, seine Präsenz in der Reisebranche auszubauen. Je nach ihren Kompetenzen im Bereich des digitalen Marketings und ihrem Budget werden einige Hoteliers Google nutzen, um ihre Markenbekanntheit zu steigern und Buchungen zu erhalten. Allerdings ist Google nicht kostenlos und stellt für Hoteliers einen weiteren kostenpflichtigen Kanal dar. Angesichts der Marktdominanz von Google und den grossen OTAs wird es für Hoteliers also noch teurer und schwieriger, Reisende zu erreichen. Die Diskussionen über die Kosten der Kundenakquise könnte sich von „zwischen OTAs und Hotels“ in Richtung „zwischen Hotel-Marken und Hotel-Inhabern“ verschieben. 

 

Experten der Hospitality-Branche über die Macht von Big Data: Näheres dazu im untenstehenden Video 

 

Lohnen sich für Hotels Direktbuchungen oder Reisebüros mit Provisionen? 

Früher konzentrierten sich solche Diskussionen auf die von OTAs erhobenen Provisionen, während sich Hotels bemühten, Kunden mit Rabatten für Direktbuchungen anzulocken. Dem Angebot von Mitgliederrabatten liegt eine ganz einfache Logik zugrunde. Solange die Kosten für diese Rabatte die Provisionen der OTAs nicht überschreiten, ist es besser, Kunden zu direkten Buchungen zu ermutigen. Dennoch wurde zuletzt über die potenziellen Interessenkonflikte zwischen den Hotel-Inhabern und den Hotel-Marken diskutiert. Zum Beispiel werden dem Inhaber von der Hotel-Marke in jedem Fall Lizenz-, Marketing- sowie Reservierungs- und Transaktionsgebühren in Rechnung gestellt. Ganz gleich, ob ein Zimmer über eine OTA-Website oder über die Website der Marke selbst gebucht wurde.

Hotel-Marken stellen die technologische Infrastruktur und die Services für Buchungen bereit und sollten dafür natürlich auch entschädigt werden. Eine andere Sache sind die Kosten für Mitglieder- oder Treuerabatte sowie für Marketingkampagnen, die Kunden zu Direktbuchungen veranlassen sollen.

Nutzen solche Marketingkampagnen den Hotel-Inhabern im selben Masse wie den Hotel-Marken? Könnten Hotel-Inhaber und Marken dieses Geld sinnvoller einsetzen? Dies wird in Zukunft ein wichtiges Thema sein.

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Nischen erkennen und sich auf Marktsegmente konzentrieren

Um Kunden zu gewinnen und sie von einem Vertriebskanal auf einen anderen (z.B. von einem indirekten auf einen direkten) zu locken, wird immer schwieriger. Vielleicht sollten Hoteliers ihre Ressourcen dafür aufwenden, Nischenmärkte zu identifizieren und zu entwickeln. 

 

Wie wäre es mit Themenhotels ?

Auch in den kommenden Jahren wird die Hotelbranche weiterhin „Themenhotels“ entwickeln und Nischenmärkte erschliessen. In Taiwan ist zum Beispiel das I Hotel zum Lieblingshotel der Gamer geworden, da es viele verschiedene Bettenkombinationen (z. B. Vierbettzimmer) und Stationen für Teamwettbewerbe anbietet mit der Möglichkeit, Spiele auf eine grosse Leinwand zu projizieren. In Japan hat sich das Hotel Cycle mit dem Angebot von Reparaturwerkstätten vor Ort und Drive-In-Stationen, an denen sich die Gäste ohne abzusteigen mit Essen versorgen können, auf Fahrradfahrer spezialisiert. Ich könnte mir auch Yoga-Hotels vorstellen, die ihren Gästen verschiedene Kurse und Möglichkeiten für den Austausch mit anderen Yoga-Fans bieten. Ein Kunsthotel könnte verschiedene Künstler als Referenten einladen und Seminare zu Maltechniken oder kunstgeschichtlichen Themen organisieren. Den Möglichkeiten sind nur durch unsere Fantasie Grenzen gesetzt.

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Natürlich bieten manche Hotels schon heute Yogakurse und Kunstausstellungen an, doch eher als zusätzliche Services anstatt als Hauptattraktionen. Künftig könnten solche Services, wenn sie richtig geplant und gemanagt werden, ein entscheidender Grund dafür sein, warum sich Gäste für den Besuch eines bestimmten Hotels entscheiden. 

Um sich im Wettbewerb zu behaupten, werden viele Hoteliers Nischenmärkte identifizieren, ihre Kompetenzen ausbauen und sich als Themenhotels etablieren müssen. Sie könnten sogar noch einen Schritt weiter gehen und sich zunehmend auf bestimmte Hobbys und Interessen spezialisieren, die dann zu einem entscheidenden Auswahlkriterium für Reisende werden.

 
Verfasst von

Assistant Professor of Marketing at EHL

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