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Alumni Story: Teven Yan

EHL Insights
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Teven Yan ist ein SSTH Alumni seit 2012 und ist derzeit als F&B Director im Hotel The Westin Qingdao West Coast der Marriott Group tätig. Im Alumni-Interview erzählt er seine Geschichte und gibt wertvolle Tipps für die aktuellen EHL Studenten in Passugg.

Teven, stellen Sie sich bitte vor und erzählen Sie von Ihrem Werdegang nach dem SSTH Abschluss.

Nach meinem zweisprachigen Bachelor-Abschluss an der Chinesischen Universität entschied ich mich, das PGD Programm an der EHL Hotelfachschule in Passugg (SSTH) zu absolvieren.

Mein Praktikum machte ich im Vier-Sterne-Hotel Grischa in Davos und arbeitete nach meinem Abschluss für die ehemalige Starwood Hotel Management Group und Hilton Hotel & Resorts in der Schweiz und in China. Seit der Fusion von Starwood und Marriott, war ich in verschiedenen Führungspositionen bei Marriott International tätig. Die Städte und Provinzen, in denen ich gearbeitet habe, sind Davos, Zürich, Zhejiang Huzhou, Shenzhen, Suzhou, Chengdu, Shanghai, Qingdao und jetzt die Westin Marke der Marriott International.

Teven Yan EHL Passugg Alumni mit seinem F&B Team von Marriott

Warum haben Sie sich für das Hotel Management Studium entschieden?

Der Grund, warum ich mich für das Hotelmanagement entschieden habe, war nicht in erster Linie, dass ich eine grosse Leidenschaft für diese Branche hatte, diese entwickelte sich erst im Laufe des Studiums. Der wahre Grund war damals, dass ich persönlich eine Karriere anstrebte, in welcher ich ein hohes Potential für ein berufliches Weiterkommen sah. 

Diesen Tipp gebe ich auch gerne meinen Kommilitonen und allen Ehemaligen der SSTH mit auf den Weg. Zu Beginn der Karriere und beim Eintritt in die Berufswelt, ist man sich vielleicht noch nicht sicher, in welche Richtung die Karriere sich entwickeln wird. Wenn man sich selbst gut kennt und genug Selbstvertrauen in sein Können, seine Ressourcen, sein soziales Netzwerk und seine eigene Visionen hat, wird man mit der Zeit wissen, wohin der Weg gehen soll. Es ist in Ordnung, wenn man zu Beginn noch nicht mit dem richtigen Job startet. Wichtig ist, diesen Job trotzdem zu vollenden und dabei heraus zu finden, was wirklich zu einem passt. Der richtige Job wartet irgendwo auf jeden!

Meine ersten beruflichen Erfahrungen sammelte ich im Personalwesen. Ich bin bis heute sehr froh darüber, ein fundiertes Wissen in diesem Bereich aufgebaut zu haben. Denn Personalwesen ist auch heute, als F&B-Direktor, eine entscheidende Fachkompetenz. Ich lerne gerne und bin immer am Lernen, dadurch ist mein berufliches Weiterkommen gesichert und meine Fähigkeiten am Arbeitsplatz sind auf einem hohen Niveau. Das macht mich stolz. 

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Die Berufserfahrungen im HR haben meinen Arbeitsstil "sorgfältig" und "achtsam" gemacht:

Sorgfältig: Ich arbeite in jedem einzelnen Augenblick und während meiner gesamten Arbeitszeit sorgfältig. Jedes Wort, das ich schreibe oder jede Zahl, die ich notiere, liegen in meiner Verantwortung. Ich stelle hohe Ansprüche an mich selber, weil ich nach Exzellenz strebe. Das gibt mir schlussendlich Selbstvertrauen in allem, was ich tue.

Achtsamkeit: Im HR habe ich gelernt, wie wichtig es ist, die Mitarbeiter zu achten, sich um sie zu kümmern und sie zu begleiten. Nur mit Achtsamkeit gegenüber dem anderen, kann ich mit einem Team weiterkommen. Die Gefühle und Ideen der Teammitglieder zu respektieren, ist für mich das oberste Gebot.  

Der Wechsel in die gastronomische Abteilung war für mich seit Beginn sehr inspirierend. Wir haben es in kurzer Zeit geschafft, aus einen Gastronomiebetrieb, welcher sich in einer Krise befand, einen gut laufenden Restaurationsbetrieb mit einem 40-köpfigen Team zu machen. Wir haben eine sehr gute Verbindung im Team und können uns sehr gut aufeinander verlassen. Ich hatte schon mehrere Praktikanten angestellt, welche heute Betriebsmanager sind.

Wie ist Ihr Job als F&B Direktor?

Meine Hauptaufgabe ist es, die volle Verantwortung für alle Angelegenheiten in der Gastronomie zu übernehmen.

Der tägliche Betrieb und die Massnahmenplanung, Küchen- und Lebensmittelhygiene sowie Betriebsmanagement, Lebensmittelqualität und Kostenkontrolle sind weitere wichtige Bestandteile meines Jobs. Die Bestellung von Zehntausenden von Lebensmitteln und Getränken sowie die Beschaffung von häufig verwendete Materialien, gehören ebenfalls dazu. Ich erstelle tägliche, wöchentliche und vierteljährliche Berichte, sammle Daten, mache die jährliche Geschäftsstrategie und Marktplanung und vieles mehr.

Meine Arbeit reicht von Kleinigkeiten, wie das Weiterleiten eines Öl Flecken an der Kühlschranktür, bis hin zu grossen Angelegenheiten, wie das Erstellen der Geschäftsstrategie und das Einhalten des Jahresbudgets. So vielseitig ist meine Arbeit als F&B Director.

In diesem Jahr sind die Auswirkungen der Epidemie sehr gross, hat Ihr Hotel entsprechende Massnahmen ergriffen?

  1. Wir produzieren im Takeaway Bereich nicht nur mit noch stärkeren Hygienemassnahmen, sondern verfeinern auch unser Lebensmittelangebot. Zudem haben wir unsere Preise gesenkt, damit das Angebot für eine Vielzahl von Personen erschwinglicher wird. Das Catering-Angebot ist in der schwierigen Zeit so essentiell.
  2. Das ganze Konzept unserer Prävention gegen Epidemien wurde auf die Probe gestellt und wird vom Hotel strikt umgesetzt, damit alle Gäste und das Personal zu jeder Zeit sicher sind.
  3. Wir haben uns jetzt schon auf die Zeit nach der Pandemie fokussiert und versuchen, die Erholung des Markten im Auge zu behalten und zu unterstützen. Wir versuchen mit grossangelegten Aktionen den Vorverkauf zu fördern um nach der Pandemie wieder mit den normalen Geschäften weiter zu fahren. 
  4. Das Wichtigste ist es zur Zeit, dass die menschlichen Ressourcen auf ein Minimum reduziert werden und nur die wirklich notwendigen personellen Kräfte eingesetzt werden. Bei uns ist das im Bereich des Lieferdienstes und der Produktion der Fall. 
  5. Wir gehen sehr sorgfältig mit unseren Lebensmitteln und dem Inventar um. Zudem haben wir eine After-Work-Promotion und temporäre Menüs erstellt, um den effizienten Verbrauch aller Zutaten zu gewährleisten. 

Die Epidemie ist nicht nur für China, sondern für die ganze Welt ein schwerer Schlag, vor allem die Unterhaltungsindustrie und der Tourismus haben mit grossen Einbussen zu rechnen. Jede einzelne Unternehmung ist nun gefordert, das Beste aus der Situation zu machen. Ich werde versuchen, in meinem Bereich die Stabilität zu wahren und wie in jedem Geschäftsgang, alle Hindernisse zu überwinden.

Welchen Rat geben Sie den aktuellen EHL Studenten in Passugg auf den Weg?

  1. Startet zuerst in zweiter Reihe, lernt die Ausführungen von Grund auf und steigt dann in die erste Reihe auf. So habt ihr zu jederzeit den Überblick und das Hintergrundwissen über sämtliche Arbeitsschritte.
  2. Macht ein Praktikum im Ausland. Die Einsamkeit zu Beginn lehrt viel über die eigene Persönlichkeit und lässt euch auf eine ganz andere Art und Weise weiterkommen. Darüberhinaus anerkennen die zukünftigen Arbeitgeber diese Auslandserfahrungen im hohen Masse.
  3. Vergesst nie, von wo ihr kommt und wo ihr alles gelernt habt. Denkt auch daran, wenn ihr neue Mitarbeiter oder Praktikanten einstellt und erinnert euch an eure Anfangszeit. Das bringt mehr Verständnis und gibt ein besseres Vertrauensverhältnis.
  4. Versucht eine Zeit lang bei einem Arbeitgeber zu bleiben. Auch wenn das Familienbusiness ruft, sind die externen Erfahrungen essentiell für die Zukunft und geben innovative neue Ideen.
  5. Seid freundlich zu anderen und behandelt einander in gutem Glauben. Weniger Schein als Sein ist die Devise. Mit konkreten Handlungen begeistert ihr mehr, als mit prahlen.
  6. Reist um die Welt und lernt mehr Orte rund um den Globus kennen.

Teven Yan an der Diplomfeier bei EHL Passugg

Wie hat das Studium in der Schweiz Ihr Leben und Ihre Karriere beeinflusst?

Ich habe gelernt, sehr effizient zu sein, allein zu sein im positiven Sinne, fokussiert zu studieren und zu reisen. Der interkulturelle Austausch mit den vielen ausländischen Studienkollegen hat mir sehr viel gegeben. Ich verstehe die verschiedenen Kulturen besser, weiss wie ich mit Ihnen zusammen Erfolge erzielen kann und kenne die Bedürfnisse und Hintergründe von anderen Kulturen.

Die vielen fachlichen Grundfertigkeiten, welche ich an der EHL in Passugg gelernt habe, helfen mit bis heute, mich im Beruf zu beweisen. Das Beherrschen der internationalen Sprachen, Kulturen, und des Managements werden die Zukunft sein, um gute Kaderpositionen zu erlangen.

Trotz hohem Duck, viel Lernstoff und vielen Prüfungen, kann ich heute sagen, dass sich alles gelohnt hat. Auf die praktischen Kurse, wie Service und Küche möchte ich nicht verzichtet haben, da diese mir heute die Arbeitsweise im internationalen Markt näher gebracht haben. Die Etiketteschulungen und die Managementfächer sind für mich immer noch sehr wichtig.

Teven Yan geniesst seine Freizeit in der Schweiz und reist nach Luzern

Die vielen herzlichen Studienkollegen waren immer offen, um Fragen zu beantworten und Hilfe zu leisten. Die Gemeinschaft machte auch das Lernen einfacher und das soziale Leben auf dem Campus gab mir das Gefühl, ein zuhause zu haben. 

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