Kochkünste
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Was macht den Bordeaux zu einem der beliebtesten französischen Weine?

Manfred Wagner
Verfasst von

Bordeaux, der Inbegriff für französischen Wein

Das Bordeaux zählt nicht nur zu den wichtigsten Weinbaugebieten in Frankreich, sondern ist auf der ganzen Welt für seine Spitzenweine berühmt. Hier wird auf mehr als 100.000 Hektar Fläche Wein angebaut - und das trägt Früchte: Mehr als 650 Millionen Liter Rotwein werden jährlich im Bordeaux produziert und danach in die ganze Welt exportiert.

Gewonnen wird der viel geschätzte Bordeaux dabei vor allem aus den Rebsorten Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc.

Das Bordeaux - das Anbaugebiet für die besten französischen Weine

Der Name des Anbaugebiets ist gleichzeitig jener der wichtigsten Stadt in der Region: Bordeaux. Bereits seit mehr als zwei Jahrtausenden werden in der gesamten Region Rotweine höchster Qualität hergestellt. Insgesamt unterteilt man den Bordeaux heute in fünf Anbaugebiete, welche sich geologisch deutlich voneinander unterscheiden und somit auch sehr spezifische Weine hervorbringen.

Geprägt wird die Gegend durch den grössten Fluss Garonne sowie durch sanfte Bergketten, an die sich die sonnenverwöhnten Rebhänge schmiegen. Oft gedeihen die edlen Tropfen auf Kies- oder Sandablagerungen, doch auch lehmige und kalkreiche Böden sind hier üblich. Dazu kommen die Nähe zum Atlantik und das milde, leicht mediterran anmutende Klima, welches die Herstellung der Bordeaux-Weine unterstützt. Weil das Wetter allerdings jedes Jahr wechselhaft ist, fallen auch die Weine in jedem Jahr anders aus.

Die typischen Eigenschaften von Bordeaux-Weinen

Selten handelt es sich beim Bordeaux um einen „reinen“ Wein. Vielmehr setzt er sich aus mehreren Rebsorten zusammen. Ein Cuvée setzt sich dabei aus mindestens zwei verschiedenen Rebsorten zusammen, nicht selten sind es aber auch vier oder gar fünf, die im selben Gärbehälter gelagert werden. Junge Bordeaux-Weine weisen eine rubinrote Färbung und Aromen von Pflaumen, Beeren und Zedernholz auf. In den ersten Jahren sind Bordeaux-Weine eher trocken, im Laufe der Zeit verlieren sie etwas an Farbe und werden heller. Spitzenweine reifen nicht selten bis zu 20 Jahre lang - erst danach können sich die Aromen voll und ganz entfalten, so dass der Wein seinen besten Geschmack erreicht.

Doch nicht nur die milden Temperaturen begünstigen den Weinbau im Bordeaux - auch die geologischen Gegebenheiten tragen zur Herstellung echter Spitzenweine bei. Darüber hinaus gilt im Bordeaux eine strenge Ertragsreduktion von maximal 45 hl/ha.

Für die Herstellung des „Grand Vin“ gelten ebenfalls strikte Richtlinien: Es dürfen ausschliesslich alte Reben dafür verwendet werden, da diese über tiefere Wurzeln im Boden verfügen und die Beeren somit klein bleiben. Ihr Saft ist hochkonzentriert und sehr aromatisch.

Doch auch der richtige Zeitpunkt für die Weinlese ist entscheidend. Nach der Ernte der Beeren arbeiten die erfahrenen Kellermeister mit Hilfe modernster Technologien an der Weiterverarbeitung. Für den Ausbau des Weins kommen ausschliesslich neue Barriquefässer zum Einsatz, deren Volumen für gewöhnlich 225 Liter aufweist.

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Bordeaux Wein Wissen: Was Kenner beim Genuss wissen sollten

Grundsätzlich sollten edle Rotweine, wie ein klassischer Bordeaux Wein, stets bei Zimmertemperatur getrunken werden. Das galt bereits vor einigen Jahrhunderten, als die Zimmertemperatur noch durchschnittlich 18 °C betrug. Heute liegt sie im Durchschnitt bei 22 bis 23° und ist damit deutlich höher. Bordeaux sollte daher im besten Fall nicht wärmer als 18 °C sein, damit der Wein seine ganzen Aromen entfalten kann. Experten empfehlen sogar eine Trinktemperatur von 16 °C, wobei natürlich auch der persönliche Geschmack dabei eine Rolle spielt. Wenn Bordeaux zu kalt ist, kann sich die Frucht im Glas nicht entfalten. Ist er dagegen zu warm, so kommt es unter Umständen zu einer Oxidation und somit auch zur Zerstörung der feinen Aromen.

Weiterhin gilt es zu berücksichtigen, dass der Bordeaux Wein nur sehr langsam auf die richtige Serviertemperatur gebracht wird. Ein zu schneller Temperaturanstieg schadet der Qualität - und das beeinträchtigt natürlich auch den Geschmack.

Ein guter Bordeaux sollte das ganze Jahr über bei einer Temperatur von 11 bis 14 °C gelagert werden - also idealerweise im Keller oder auch in einem Weinkühlschrank. Wenn der Wert überschritten wird, entwickelt sich der Wein unter Umständen schon nach kurzer Zeit weiter. Nicht unwichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Luftfeuchtigkeit, welche im besten Fall zwischen 70 und 80 °C beträgt. Stimmen die Lagerungsbedingungen nicht, beginnt der Korken im schlimmsten Fall zu faulen. Auch zu viel Licht mag der Wein nicht - Neonlicht sollte dabei besonders vermieden werden!

Ein guter Bordeaux Wein passt zu den verschiedensten Gerichten, harmoniert aber besonders mit herzhaften Fleisch- und Pastagerichten, Schmorgerichten oder auch einem leckeren Braten. Dennoch gibt es natürlich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bordeaux Weinen, so dass sich für jede Speise der passende Wein mit harmonierenden Aromen finden lässt.

Die Charakteristik eines Bordeaux Weins

Es ist hinreichend bekannt, dass im französischen Bordeaux vor allem Rotweine höchster Qualität angebaut werden - wenngleich es auch einige Weissweine gibt, die hier kultiviert werden. Der Bordeaux zeichnet sich stets durch sein gehaltvolles, tanninreiches Aroma aus, das von Beeren- über verschiedene Kräuter- bis hin zu Schokoladen-, Tabak- oder Holznoten reicht.

Weiterhin ist die exzellente Lagerungsfähigkeit der Weine typisch für den Bordeaux. Die trockenen Weissweine der Region zeigen sich dagegen mit einer feinen Säure, einem dezent blumigen Duft und einem eleganten Abgang. Dazu kommen einige Süssweine, die im Barsac sowie im Sauternes angebaut werden - auch diese zählen zu den besten Weinen der Welt.

Klassifizierungen und gesetzliche Richtlinien beim Bordeaux Wein

Um eine einheitliche Qualität des Bordeaux aus Frankreich zu gewährleisten, herrschen für den Anbau in diesem Gebiet strengste Richtlinien, an die sich die Winzer halten müssen. So dürfen hier nur bestimmte Rebsorten kultiviert werden - dazu kommen für die jeweiligen Appellationen exakt festgelegte Obergrenzen für die Erträge. Die Appellation Bordeaux stellt dabei die niedrigste Qualitätsstufe der Bordeaux-Weine dar. Der maximale Ertrag liegt bei 65 Hektoliter Wein je Hektar Rebfläche. Diese Bezeichnung darf für alle Weine aus dem Bordeaux genutzt werden.

Beim Bordeaux Superieur handelt es sich dagegen um einen Wein, der einen niedrigeren Ertrag hat als der einfachste Bordeauxwein. Zudem müssen auch die Trauben strengen Richtlinien entsprechen und regelmässig auf ihre Qualität kontrolliert werden. Die Obergrenze für den Ertrag von Bordeaux Superieur beträgt 50 Hektoliter je Hektar Rebfläche - allerdings kann dieser Wert abhängig von der Lagerungsart der Weine auch angepasst werden.

Bei subregionalen Appellationen handelt es sich um Appellationen, welche den regionalen Appellationen wie Bordeaux oder Bordeaux Superieur übergeordnet sind. Dazu zählen zum Beispiel Bezeichnungen wie AC Entre-Deux-Mers oder auch auch AC Graves.

Als höchste Qualitätsstufe im Bordeaux gelten dagegen die kommunalen Appellationen, welche sich ausschliesslich auf den Ort beziehen, der auf dem Etikett einer Weinflasche angegeben ist. Sie sind für gewöhnlich die teuersten und edelsten Weine aus dem Bordeaux und machen rund 15 bis 25 % der gesamten Produktion in der Region aus. Abhängig von der jeweiligen Gemeinde gibt es mitunter noch einzelne Unterteilungen in Cru-Systeme, wie zum Beispiel Premier Crus (erste Crus) oder auch Cinquième Crus (fünfte Crus).

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Verfasst von

Senior Lecturer at EHL Passugg

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